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Promotionsvorhaben


Bernard Ludwig

Antikommunismus in der Bundesrepublik 1950-1970

Ziel dieses grenzüberschreitenden Promotionsvorhabens (co-tutelle de thčse mit dem Institut Pierre Renouvin der Universität Paris I, Panthéon-Sorbonne) ist es, den Antikommunismus als Gründungsideologie der jungen Bundesrepublik anhand der Geschichte des Volksbundes für Frieden und Freiheit (VFF) zu erklären. Der VFF war die wichtigste antikommunistische Propagandaorganisation der Bundesrepublik.
Die Gründung durch den ehemaligen Leiter der Ost-Abteilung im NS-Propagandaministerium, Eberhard Taubert, stellt den Verein eindeutig in die Tradition des radikalen Antikommunismus und Antibolschewismus. Dass der VFF bis 1970 bestand, von ganz unterschiedlichen Akteuren getragen und durch verschiedene Ministerien (insbesondere das Ministerium für gesamtdeutsche Fragen) sowie die Industrie finanziert wurde, zeigt, wie vielgestaltig seine Ideologie war. Der VFF verkörperte genauso den "staatlichen Antikommunismus" der jungen BRD wie er Teil des Öffentlichkeitsapparates war, mit dem das Adenauer-Regime seine politischen Grundoptionen (Wiederbewaffnung, Westintegration, KPD-Verbot) zu sichern versuchte. Die Analyse der Dreiecksbeziehung Demokratie - Antikommunismus - Propaganda bildet einen Schwerpunkt der Studie. Auch stehen Fragen nach einem europäischen und transatlantischen Antikommunismus ebenso wie nach der psychologischen Kriegsführung des Westens im Zentrum des Vorhabens.