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Promotionsvorhaben


Christoph Hänel

Ausländische Studierende an der Universität Jena 1870-1945. Eine Fallstudie zur studentischen Migration

Internationalität gilt als wesentliches Merkmal akademischer Bildung und als Gradmesser für die Attraktivität von Universitäten und Bildungskonzepten. Im Rahmen der kritischen Neubewertung ("Mythos Humboldt") des deutschen Universitätsmodells des 19. und frühen 20. Jahrhunderts stellt sich heute verstärkt die Frage nach der Rolle einer wesentlichen Trägergruppe akademischen Austauschs - den Studierenden - und nach den Möglichkeiten, den Spielräumen und auch dem Willen einzelner Universitäten, den Austausch zu fördern, zu institutionalisieren - oder auch zu behindern. Zwischen dem Postulat der "Weltgeltung deutscher Wissenschaft" als Erklärungsmodell für die hohe internationale Attraktivität deutscher Hochschulausbildung vor und um 1900 und dem Verfall dieser Anziehungskraft im 20. Jahrhundert ist die Situation des Ausländerstudiums für einzelne deutsche Universitäten bislang meist unbearbeitet geblieben. Am Beispiel Jenas zwischen 1870 und 1945 wird auf einer breiten empirischen Datengrundlage zur studentischen Migration untersucht, welchen Grad und welche spezifische Ausprägung an internationaler Vernetzung eine kleinere deutsche Universität entlang der Konfliktlinien und Umbrüche des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts entwickelte.