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Promotionsvorhaben


Philipp Neumann

Das Internationale Komitee Buchenwald-Dora und Kommandos. Selbstverständnis, Programm und Geschichte einer politischen Organisation von KZ-Überlebenden seit 1952

Im April 1952 gründeten ehemalige kommunistische Häftlinge des nationalsozialistischen Konzentrationslagers Buchenwald ein Verbindungskomitee, das seit Anfang der sechziger Jahre als "Internationales Komitee Buchenwald-Dora und Kommandos" (IKBD) firmiert. Bis in die Gegenwart vertreten Repräsentanten zahlreiche ost- und westeuropäische Länder, seit Anfang der neunziger Jahre auch Israel, Kanada und die Vereinigten Staaten. Bis in die achtziger Jahre führten das IKBD zunächst der französische Gewerkschafter und ehemalige kommunistische Minister de Gaulles, Marcel Paul (1900-1982), später der persönliche Referent des Präsidenten der DDR und Professor für Zeitgeschichte an der Humboldt-Universität Berlin, Walter Bartel (1904-1992).
Das Komitee organisiert bis heute Gedenkveranstaltungen an den Orten der ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald, Mittelbau-Dora und ihrer Außenlager und wendet sich bis in die Gegenwart mit Stellungnahmen an die Öffentlichkeit. Themen sind der Umgang mit NS-Tätern, aber auch die politische Lage in einzelnen Ländern oder Regionen, ferner die Geschichtsschreibung über die Lager sowie der Umgang mit den Gedenkstätten. Die erstmals auszuwertenden Unterlagen des IKBD bilden die wichtigste Grundlage der Untersuchung, die durch Recherchen in weiteren Sammlungen und Archiven ergänzt wird.