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Promotionsvorhaben


Felix Ludwig M.A.

Zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit: Die Deutsche Hochschule für Politik und die politische Bildung in der frühen Bundesrepublik

Der ursprüngliche Zweck der 1949 in West-Berlin wiedergegründeten Deutsche Hochschule für Politik sollte die Vermittlung von demokratischem Grundwissen an die Bevölkerung sein. Im Kontext einer schnell einsetzenden Akademisierung des Hochschulbetriebes wurde sie 1959 allerdings als Otto-Suhr-Institut in die Freie Universität eingegliedert. Der Anspruch der politischen Erwachsenenbildung blieb gleichwohl erhalten. So kooperierte sie in den 1950er und 1960er Jahren mit einer ganzen Reihe weiterer Akteure West-Berlins - u. a. den Berliner Volkshochschulen und der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit - um den eigenen Wirkungskreis zu erweitern. Hinzu trat weiterhin ab 1959 die Ausbildung von Gemeinschaftskundelehrern und die politische Lehrerweiterbildung als weiteres Element. Das Dissertationsprojekt fragt nach den Inhalten und der Praxis der politischen Bildung und untersucht, welche Funktionen das außeruniversitäre Engagement der Politikwissenschaftler für die noch junge akademische Disziplin hatte. Eingebettet ist die Analyse in den geographischen, politischen und wirtschaftlichen Zusammenhang West-Berlins zur Zeit des Kalten Krieges. Den zeitlichen Endpunkt der Untersuchung bildet die Studentenrevolte. Indem politische Bildung im Laufe der 1960er Jahre hinter den Konflikt zwischen Professoren und politisierten Studenten zurücktrat, deutete sich ein grundlegend gewandeltes Verständnis von Demokratie und Partizipation an.