Startseite

Promotionsvorhaben


Sebastian Klinge

Geschichtskultur und Geschichtswissen am Beispiel des Erinnerungsjahres 2009

Im Mittelpunkt der Dissertation steht die Frage nach der Repräsentation von Geschichte im 21. Jahrhundert. Gegenstand der Untersuchung ist das "Erinnerungsjahr" 2009, das eine Fülle von Anlässen bietet, um repräsentierte Vergangenheit zu studieren: 20 Jahre Mauerfall, 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland und Grundgesetz, 70 Jahre Kriegsbeginn, 90 Jahre Weimarer Verfassung und 2000 Jahre Varus-Schlacht. Ziel ist
es zu untersuchen, welche Funktion Geschichte und Erinnerung im
21. Jahrhundert haben. Mit Hilfe kulturtheoretischer, linguistischer, soziologischer und ethnomethodologischer Instrumente werden die verschiedenen Repräsentationsformen untersucht. Im Zentrum stehen die Institutionen der Wissensproduktion über Geschichte, weshalb die Methode der wissenssoziologischen Diskursanalyse gewählt wird, um den konstruktivistischen Aspekt des Wissens zu entschlüsseln. Nach privaten und individuellen Wissensbeständen, also nach Geschichte in der Lebenswelt wird dabei ebenso gefragt wie nach professionellen und institutionalisierten Bereichen, also nach Geschichte als Wissenschaft - und nach Geschichte in Politik, Schulen, Museen und Medien. Als Quellen dienen neben Presseartikeln und -interviews, wissenschaftlichen Publikationen, Film- und Fernseherzeugnissen sowie Ausstellungen auch die Ergebnisse einer Befragung von Teilnehmern und Rezipienten des Erinnerungsjahres.