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Promotionsvorhaben


Philipp Heß

Hans Simons. Studien zu Transnationalität und Biografie eines Demokraten im 20. Jahrhundert

Der politische Beamte und Wissenschaftler Hans Simons (1893-1972) ist im kollektiven Gedächtnis der Bundesrepublik Deutschland wenig präsent, obwohl er maßgeblichen Anteil an der Gestaltung des Grundgesetzes hatte und - auch in den USA - politischen Einfluss besaß. In der Weimarer Republik leitete er die deutsche Hochschule für Politik in Berlin und machte eine steile Karriere in der Ministerialbürokratie. Nach dem "Preußenschlag" verlor der Sozialdemokrat seine Stellungen; mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er in die Emigration getrieben. An der New School for Social Research in New York konnte Simons nach schneller Integration in die amerikanische Gesellschaft administrative Impulse geben und beriet zugleich nebenamtlich das Office of Strategic Services zur Nachkriegsplanung in Europa. Nach Kriegsende war er als alliierter Verbindungsoffizier tätig und transferierte wesentliche Elemente der amerikanischen Demokratie in das Grund-
gesetz. In den USA amtierte er von 1950 bis 1960 als Präsident der New School for Social Research. Seinen persönlichen Nachlass hat er aus noch ungeklärten Gründen kurz vor seinem Tod 1972 vernichtet und versperrte sich somit vorsorglich einer Retrospektive seines Lebens. Dennoch hat Simons unverkennbare - wenn auch nicht immer erkannte - Spuren hinterlassen. Das Promotionsvorhaben versucht sie freizulegen und will in der wissenschaftlichen Diskussion über die Entstehungs-
geschichte der Bundesrepublik, aber auch im Bereich der Exilforschung und der historischen Biografik neue Perspektiven aufzeigen.