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Promotionsvorhaben


Michael Busch

Der Gesellschaftsingenieur. Johann Plenge (1874-1963) –Sozialwissenschaftler an der Schwelle zur Moderne

Die Auseinandersetzung mit dem Nationalökonomen und Soziologen Johann Plenge (1874-1963) beschränkt sich heute zumeist auf seine Begründung der Ideen des "Geistes von 1914" - jenes einflussreichen Ideenkonstrukts zur Zeit des Ersten Weltkriegs. Aus der Sicht Plenges verbarg sich hinter dieser Formel seine schon 1911 entwickelte Sozialtheorie, welche er nach dem Krieg unter dem Eindruck der gesellschaftlich-politischen Umbrüche weiterentwickelte mit dem Ziel, die Konflikte der Industriegesellschaft zu überwinden. Da Plenge auf die praktische Wirksamkeit seiner Theorie abzielte, suchte er die Unterstützung politischer Eliten. Er diskutierte seine Ideen in wissenschaftlichen Debatten über soziologische und theologische Fragen. Auf der Basis seines Nachlasses entsteht eine Betrachtung von Leben und Werk Johann Plenges im Stil einer intellektuellen Biographie. Der Untersuchungszeitraum reicht über 1918 hinaus, um seine Denkmuster, seine intellektuellen Orientierungen und seine Diskursbeteiligungen zu untersuchen.