Startseite

Promotionsvorhaben


Jonas Menne

Kriminalbiologische Ansätze und kriminalpolitische Forderungen von 1920 bis 1945 und in der Gegenwart

Ausgehend von der Behauptung einer "Biologie-Renaissance" in der Kriminologie seit den 1980er Jahren und den damit verbundenen Warnungen vor einem "Neolombrosianismus" und einer Rückkehr zur Kriminalbiologie der 1920er und 1930er Jahre untersucht das Dissertationsvorhaben Konvergenzen und Divergenzen kriminalbiologischer Ansätze von 1920 bis 1945 und der Gegenwart. Vor dem Hintergrund der kriminalpolitischen Bedeutung der Kriminalbiologie im Nationalsozialismus werden zudem die kriminalpolitischen Forderungen der Theorien und ihre Auswirkungen analysiert und verglichen.
Neben einer Bewertung der biologischen Kriminalitätstheorien ermöglicht der komparatistische Ansatz, Entwicklungen und Strömungen in der deutschsprachigen Kriminologie sowie in Strafrecht und Kriminalpolitik des 20. und 21. Jahrhunderts nachzuvollziehen. Perspektivisch kann aufgrund der Ergebnisse zudem die Debatte um den Umgang mit den Biowissenschaften seitens der Kriminologie aufgegriffen werden. Nicht zuletzt liefert die Dissertation einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit der - in Teilen nach wie vor umstrittenen - Rolle von Kriminologie und kriminologischen Akteuren im Nationalsozialismus.