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Promotionsvorhaben


Daniel Mühlenfeld

Nationalsozialistische Propaganda. Inszenierung und Rezeption

Die der NS-Propaganda zumeist zugeschriebene suggestive Allmacht wird gemeinhin als historische Tatsache akzeptiert. Die deutsche Bevölkerung sei, so das vielfach gebrauchte Argument, in der Folge des 30. Januar 1933 recht rasch der machiavellistischen Zangenbewegung der neuen Machthaber von "Verführung und Gewalt" (H.-U. Thamer) erlegen, wobei gerade die vermeintliche manipulative Macht der seinerzeit modernsten Medien Rundfunk und Film als Beleg ins Feld geführt wird. Doch genau diese axiomatische Annahme ist einer Untersuchung aus Sicht der Medienrezipienten, d.h. des einfachen "Volksgenossen", zu unterziehen. Was ist unter "Propaganda" im spezifischen Kontext des NS-Regimes zu verstehen? War der mediale Ausstoß des Regimes tatsächlich manipulativ oder deckte er sich zumindest partiell mit den Überzeugungen der Rezipienten? War "Propaganda" entscheidend dafür, dass die "Volksgemeinschaft" bis Kriegsende zusammenhielt? Oder wurde der NS-Propaganda ihre sprichwörtliche Wirkungsmacht nicht vielmehr ex post zugeschrieben, als die einstigen "Volksgenossen" nach Erklärungen für ihre Unterstützung eines offenkundig verbrecherischen und amoralischen Regimes suchten? Auf der Grundlage von Tagebüchern, privatem Schriftverkehr, Zuschriften an Rundfunk, Filmgesellschaften und das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda sowie von Lage- und Ereignismeldungen auf der Kreis- und Gauebene wird diesen Fragen nachgegangen.