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Promotionsvorhaben


Jan Hansen

Die Kontroverse um den NATO-Doppelbeschluss und die Nachrüstung in der SPD (1977-1987)

Das Dissertationsprojekt untersucht die Nachrüstungsdebatte in der SPD-Führungsspitze und im sozialdemokratischen Milieu der Friedensbewegung. Im Mittelpunkt des Interesses steht die Frage, wie und warum die Kontroverse um den NATO-Doppelbeschluss von 1979 eine Sprengkraft entfalten konnte, die die SPD und die sie tragenden Wählerschichten an den Rand der Zerreißprobe brachte. Das Promotionsvorhaben sucht eine Antwort insbesondere in den zeitgenössischen Deutungsmustern von einer Krise der Entspannung und verschärften Ost-West-Konfrontation sowie der Angst vor einer nuklearen Apokalypse. Darüber hinaus orientiert sich die Analyse unter den Prämissen der transnationalen und Kulturgeschichte an drei Thesen: Innerparteilich wurde die Stationierungsfrage durch neue Formen der Artikulation von politischem Dissens (Visualisierungen, performative und habituelle Deutungskämpfe) katalysiert. Auf der inhaltlichen Ebene stellte der Nachrüstungsstreit zudem ein transatlantisches Ereignis dar und wurde auf sozialdemokratischer Seite wesentlich in Auseinandersetzung mit amerikanischen Protagonisten und Positionen verhandelt; daneben evozierte er schließlich eine Diskussion über die Legitimität und die Grenzen staatlichen Handelns sowie über die Bedingungen der parlamentarisch-repräsentativen Demokratie.