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Promotionsvorhaben


Sandra Meenzen

Die SED - Arbeitermythos und Staatspartei.
Zusammensetzung und Rekrutierung der Parteimitglieder
und des Funktionärsapparats (1961-1989)

Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) war in vielerlei Hinsicht eine Schlüsselinstitution der staatssozialistischen Gesellschaft der DDR, gerade was ihre legitimatorische Funktion für die Selbststilisierung als "Partei der Arbeiterklasse", ihre Rolle als personelle Hauptbasis des Herrschaftssystems und ihre soziale Bedeutung als Integrations- und Disziplinierungsinstanz angeht. Die Analyse ihrer soziopolitischen Zusammensetzung liefert daher wichtige Hinweise auf Struktur und Kohäsion der kommunistischen Machtgrundlagen. Das Promotionsvorhaben widmet sich der Untersuchung der Mitglieder- und Funktionärsstruktur der Partei. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Stabilisierungs- und Destabilisierungsprozessen, die sich aus dem Wandel ihrer Zusammensetzung ergaben. Im Zentrum steht die Überprüfung der Hypothese, dass die Parteizugehörigkeit die wichtigste politische und damit indirekt auch soziale Trennlinie in der staatssozialistischen Gesellschaft darstellte, die ganz wesentlich zur Entstehung neuer Ungleichheitsstrukturen beitrug. Fragen zur Mitgliedersoziologie, also zur sozialen und politischen Herkunft der Parteimitglieder, zur Geschlechterverteilung und Generationenbildung werden ebenso behandelt wie auch die klassische Frage nach dem Realitätsgehalt und den Folgen des Anspruchs, eine Arbeiterpartei zu sein. Zudem geht es um die Entwicklung der SED als Staatspartei, insbesondere um die Ausprägung ihres inneren Profils und ihrer Rekrutierungsmechanismen.