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Promotionsvorhaben


Sebastian Schlegel

Zwischen zentralen Vorgaben und Pragmatismus. Die Hochschul- und Wissenschaftspolitik der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD)

In der Bewältigung der in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg herrschenden chaotischen Verhältnisse sah sich die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) in ihrer Besatzungszone (SBZ) mit einer langen Reihe dringender Probleme konfrontiert.
Zu ihnen gehörte auch die Frage, welche Strategie auf dem Gebiet der Hochschulpolitik einzuschlagen war. Denn auch wenn es zunächst darum gehen musste, den Betrieb an ostdeutschen Universitäten durch gezielte Maßnahmen wieder in Gang zu bringen, war doch lange Zeit unklar, welche Ziele sowjetische Hochschulpolitik darüber hinaus verfolgen und wie stark ihr Einfluss auf die Universitäten in der SBZ ausfallen sollte. Dieses Fehlen klarer Konzepte bzw. die Einsicht, dass zentrale Vorgaben in "sensiblen" Politikbereichen nicht immer geradlinig umgesetzt werden konnten, begünstigte die Herausbildung von unvermuteten Entscheid-
ungsspielräumen vor allem für regionale Kompetenzträger.
Auf der Grundlage neuerdings zugänglicher sowjetischer Dokumente zur sowjetischen Hochschulpolitik in der SBZ soll vor allem die Rolle einzel-
ner, überaus willkürlich handelnder sowjetischer Akteure untersucht und herausgearbeitet werden, welche Faktoren die Herausbildung von Handlungsspielräumen in der Hochschulpolitik der Besatzungsmacht begünstigten.