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Promotionsvorhaben


Kristina Meyer

Die SPD und die NS-Vergangenheit (1945-1982)

In den ersten zwei Jahrzehnten nach dem Ende des "Dritten Reiches" trat die SPD wie keine andere westdeutsche Partei für eine gerechte Wiedergutmachung nationalsozialistischer Verbrechen ein und war trotz ihrer Rolle in der Opposition maßgebend an der Entschädigungs- gesetzgebung beteiligt. Unter den Sozialdemokraten der Nachkriegszeit waren es gerade die ehemaligen Widerstandskämpfer und Verfolgten, die sich als Politiker, Anwälte, Verwaltungsbeamte und Berater der Opfer auf dem Feld der Wiedergutmachung betätigten. Dieses spezifische Engagement in Teilen der Partei verband sich jedoch vielfach mit dem Verzicht auf eine Thematisierung der persönlichen Widerstands- und Verfolgungserfahrungen. Der ausschließlich zukunftsgerichtete Blick der deutschen Gesellschaft, das Desinteresse der Mitläufer am Widerstand und parteipolitischer Pragmatismus bewirkten, dass die Sozialdemokratie ihre eigene Vergangenheit zunehmend marginalisierte. Die Studie untersucht die Zeit von 1945 bis zum Ende der sozialliberalen Koalition zu Beginn der achtziger Jahre und widmet sich dabei insbesondere der Rolle der parteieigenen Interessenvertretung der Verfolgten, der Arbeitsgemeinschaft politisch verfolgter Sozialdemokraten (AvS).