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Promotionsvorhaben


Christian König

Vertriebene in der Aufbaugeneration der DDR. Eine sozial- und erfahrungsgeschichtliche Studie

Wenige Jahre nach der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik verordnete die SED, die gesonderte administrative statistische Erfassung der Vertriebenen im Lande zu beenden. Die Thematik von Flucht und Vertreibung wurde öffentlich tabuisiert, eine wissenschaftliche Aufarbeitung unterblieb bis in die achtziger Jahre. Wegen des Mangels an Aktenmaterial lassen sich nur die Jahre der SBZ und der frühen DDR untersuchen. Im Mittelpunkt steht eine auf Methoden der Oral History basierende Langzeituntersuchung der Integration von Vertriebenen, ihrer Bedingungen und ihrer Entwicklung. Die Fragen von Flucht, Vertreibung und Integration werden nicht allein in vergleichender deutsch-deutscher Perspektive betrachtet, sondern ordnen sich in den europäischen Rahmen der Zwangsmigration im 20. Jahrhundert ein.
Das auf die DDR fokussierte Projekt bildet einen ersten Schritt zur Erforschung erzwungener Bevölkerungsverschiebungen im Zuge des Zweiten Weltkriegs aus einem international-komparativen Blickwinkel.