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Promotionvorhaben


Henning Tümmers

Wiedergutmachung für Zwangssterilisierte in der Bundesrepublik. Eine Fallstudie zur Entschädigungspolitik und Entschädigungspraxis 1949-1998

Bis Kriegsende wurden schätzungsweise 360.000 Menschen aufgrund des 1934 in Kraft getretenen Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses zwangssterilisiert. Von der "Erbgesundheitspolitik" der Nationalsozialisten waren psychisch und physisch Behinderte, aber auch aus "rassischen" Gründen Verfolgte und weitere "Gemeinschaftsfremde" betroffen. Die Studie untersucht Umgang und Auseinandersetzung mit der Zwangssterilisation in der Geschichte der Bundesrepublik. Anhand politischer Wiedergutmachungsdiskurse und der Umsetzung der Entschädigungsgesetze wird nach Einstellungen zur Zwangssterilisation gefragt. Es geht um die Bedeutung der Vorgänge für den Prozess der Demokratisierung der Bundesrepublik, wobei der Blick auf die Haltung der von der NS-Volksgemeinschaft geprägten postnationalsozialistischen Gesellschaft gerichtet wird.