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Bühne der Dissidenz und Dramaturgie der Repression.
Kulturkampf in der Provinz der späten DDR

Bearbeiterinnen
Dr. Agnès Arp, Dr. Jeannette van Laak

Förderung
DFG

Kurzbeschreibung
Das Projekt "Bühne DDR" bezweckt eine Case-study zu Kulturkonflikten in der Provinz der späten DDR, die am Beispiel einer Reihe repressiver Eingriffe in die dissidentische Popularkultur der Bezirksstadt Gera exemplarisch untersucht werden. In Zusammenarbeit mit der Abteilung Bildung und Forschung der "Birthler-Behörde" werden die hierzu vorliegenden umfangreichen Unterlagen des "ZOV Bühne" der MfS-Bezirksverwaltung aufgearbeitet, womit der dortige Mitarbeiter Dr. Matthias Braun betraut ist. Ziel des Jenaer Projektteils ist es, die in der DDR-Oppositions- und Stasiforschung nicht unübliche und auch nicht unproblematische politische Engführung der Analye von Konflikten nach dem Wahrnehmungsmuster Täter - Opfer zu überwinden. Im Mittelpunkt stehen die komplexen Motiv-, Verantwortungs- und Konfliktstrukturen in den Verwaltungs- und Parteieliten wie überhaupt in der Kulturpolitik der DDR. Darüber hinaus geht es um den Prozess der Ausbildung und Zersetzung einer alternativ-dissidentischen Kulturszene der jüngeren Generation. Das Vorhaben basiert auf ausgedehnten Archivrecherchen jenseits des Bestands der Stasi-Akten; eine wichtige Basis bilden eigene Oral-History-Interviews. Angestrebt wird die dichte Beschreibung der skizzierten Konflikte, mit dem Ziel, unter Einbeziehung einer erweiterten Institutionenwahrnehmung und erfahrungs- und kulturgeschichtlicher Gesichtspunkte, darunter Fragen nach generationeller Prägung ein klares Bild von den kreativen Potentialen der späten DDR-Kultur, aber auch der diktatorischen Reaktion darauf zu zeichnen.