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Rekonstruktion und Neuanfang nach dem Holocaust.
Frankfurt am Main als Zentrum jüdischen Lebens in Europa

Bearbeiter
Dr. Tobias Freimüller

Kurzbeschreibung
Im Zentrum dieses Teilprojektes steht die Frage nach den Vorbedingungen, Formen und Problemen der Rekonstruktion jüdischer Lebenswelten nach dem Holocaust. Exemplifiziert wird diese Frage am Beispiel von Frankfurt am Main, das wie keine andere Stadt oder Region zum Inbegriff jüdischer Existenz in der Bundes­republik wurde. Warum fanden sich nach 1945 gerade hier besondere Anknüpfungspunkte zur Reetablierung jüdischen Lebens, und welche waren das? Wie fand die Anverwandlung der neuen, explizit europäisch geprägten jüdischen Lebenswelt an die jüdischen Traditionen einerseits und an die Frankfurter kulturellen und Wissens­­traditionen andererseits statt? In welchen Formen und Zusammenhängen wurden Juden in Frankfurt zu Akteuren in Politik, Gesellschaft und Kultur? Wie begegneten sich Juden und Nichtjuden?

Frankfurt am Main wird hier als Zentrum eines Geflechts von Einflüssen und Beziehungen verstanden, die nach innen wie nach außen wirkten: nach innen in Gestalt der in großer Konzen­tra­tion auftretenden Lebens- und Wirkungsräumen von Juden, nach außen als Knotenpunkt vielfältiger Migrations- und Austausch­prozesse zwischen Frankfurt als bundesrepublikanischem "Tor zur Welt" und den Juden in aller Welt. Gefragt wird dabei nicht zuletzt nach einer spezifischen Integrationswirkung der jüdischen auf die nichtjüdische Gesellschaft einerseits und nach dem jüdischen Beitrag zur kulturellen und politischen Europäisierung der Bundesrepublik andererseits.