Startseite

Die NS-Gaue als Mobilisierungsstrukturen für den Krieg

Bearbeiter
Dr. Oliver Werner, Joachim Hendel M.A.

Projektleiter
Prof. Dr. Jürgen John

Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kurzbeschreibung
Das Projekt untersucht seit Sommer 2009 Rolle und Funktionen der
NS-Gaue als Mittelinstanzen und regionale Sondergewalten des kriegsgerichteten "Dritten Reiches" in vergleichender Perspektive. Als exemplarische Untersuchungsfelder wurden die für Kriegsökonomie und Ressourcenmobilisierung besonders relevanten Wirtschaftsbereiche und Politikfelder der industriellen Rüstungswirtschaft und der agrarischen Ernährungswirtschaft ausgewählt. Untersuchungsräume sind die mitteldeutschen "Innerreich"-Gaue Sachsen, Thüringen, Halle-Merseburg, Magdeburg-Anhalt, Brandenburg/Kurmark und Mecklenburg, die aus strategischen Gründen Hauptausbauzonen der Rüstungs- und Kriegswirtschaft des "Altreiches" darstellten. Zeitlich konzentriert sich das Projekt auf die wirtschaftliche und gesellschaftliche Mobilisierung für den Krieg und im Krieg 1936 bis 1945. Untersuchungsleitend sind Fragen nach den vom Erfahrungshorizont des Ersten Weltkrieges geprägten Bezugs- und Spannungsfeldern von Rüstungs- und Ernährungspolitik, nach den "maßnahmestaatlichen" Gau-Mobilisierungsfunktionen auf raum-, rüstungs- und ernährungspolitischem Gebiet und den jeweiligen Mobilisierungseffekten, nach entsprechenden Sonderermächtigungen, Netzwerken und Kooperationen mit Reichsinstanzen. Dabei werden die Gaue als neue, informelle, quasistaatliche Substrukturen (Mittelinstanzen) des Reiches verstanden und untersucht, den die herkömmlichen Landes- und Provinzialverwaltungen zu- bzw. untergeordnet wurden. Das Vorhaben ist in zwei Teilprojekte gegliedert: Oliver Werner untersucht die industrielle Rüstungs-, Raum- und Strukturpolitik auf Gauebene, Joachim Hendel die Gaufunktionen im agrarwirtschaftlichen und ernährungspolitischen Bereich.