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Daniel Stahl
Nazi-Jagd
Südamerikas Diktaturen und die Ahndung von NS-Verbrechen

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Beiträge zur Geschichte des 20. Jahrhunderts, Bd. 15
Wallstein Verlag Göttingen
erschienen Februar 2013, lieferbar
430 Seiten
€ 34,90 (D) / 35,90 (A) / CHF 44,90
ISBN: 978-3-8353-1112-1
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Die Suche nach NS-Verbrechern und Kollaborateuren in Südamerika.
Südamerika wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zum Fluchtpunkt zahlreicher NS-Verbrecher und Kollaborateure. Es gab jedoch bald vielseitige Bemühungen, die Justizflüchtigen aufzuspüren und sie vor Gericht zu bringen. Daniel Stahl nimmt die Akteure dieser "Nazi-Jagd" − Privatpersonen, nichtstaatliche und staatliche Institutionen − in den Blick. Er zeigt, dass die Nazi-Jagd nicht allein als Nachgeschichte des Nationalsozialismus zu verstehen ist, die den Wandel im Umgang mit NS-Verbrechen widerspiegelte und gleichzeitig vorantrieb. Sie wurde auch zum Bestandteil der Auseinandersetzung mit der Repression durch autoritäre Regime in Südamerika: Dissidenten und Menschenrechtsaktivisten gingen davon aus, dass die justizflüchtigen NS-Täter und Kollaborateure auch nach 1945 im Dienste südamerikanischer Diktatoren an staatlichen Gewaltverbrechen beteiligt waren, und unterstützten die Bemühungen zu ihrer Ergreifung. Die Nazi-Jagd wird deshalb als eine Geschichte von Wechselwirkungen zwischen der Ahndung von NS-Verbrechen und dem Umgang mit der Repression durch südamerikanische Regime erzählt: als Teil transnational verflochtener Auseinandersetzungen mit staatlich veranlassten Gewaltverbrechen.


Pressestimmen und Rezensionen:

Felix Bohr
Koalition der Unwilligen
Der Spiegel, 21.1.2013

Martin Hubert
Vergangenheitsbewältigung und Vergangenheitsverschleierung
Andruck, Deutschlandfunk, 11.2.2013

Frank Hessenland
Jahrzehntelang gepflegter Unsinn
Lesart, Deutschlandradio Kultur, 18.8.2013