Aktueller Jahrgang 2019/2020

Zum Wintersemester 2019/20 nahm der zwölfte Jahrgang des Masterstudiengangs Geschichte und Politik des 20. Jahrhunderts seinen Betrieb auf.

 

Mein Name ist Felix Müller, ich bin 24 Jahre alt und nach meinem Bachelor in Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Bamberg hat es mich nun für den GP20-Master nach Jena verschlagen. Vor dem Hintergrund der zunehmend krisenhaft erscheinenden Gegenwartsgesellschaft hilft es, wieder verstärkt den Blick zurück auf das 20. Jahrhundert zu richten. Denn viele gegenwärtige gesellschaftliche Konstellationen und Phänomene haben ihren Ursprung im 20. Jahrhundert. Die Wandlungsprozesse und Erfahrungen des 20. Jahrhunderts spielen in verschiedenster Art und Weise eine entscheidende Rolle für das Verständnis heutiger Problemlagen und Fragestellungen. Dabei fasziniert mich besonders die Reflexivität unserer heutigen Gesellschaft, mit der sie sich auf ihre eigene Geschichte und damit das 20. Jahrhundert bezieht. Neben einem popkulturellen „Boom“ der historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts wird sich auch in aktuellen gesellschaftlichen und politischen Diskursen teils implizit, teils explizit auf das 20. Jahrhundert bezogen. Die Gewalterfahrungen und radikalen Systembrüche im Europa des 20. Jahrhunderts dienen dabei vielmals als Referenz für aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen. Dabei spielt nicht nur die reine Ereignisgeschichte eine Rolle. Vielmehr sind auch gegenwärtige politische, ökonomische, gesellschaftliche und kulturelle Diskurse und Positionen von der Ideengeschichte und dem politischen Denken des 20. Jahrhunderts beeinflusst oder stehen gar in ihrer Tradition. Diese „historische Gewordenheit“ der Gegenwart, aber auch die Wirkmächtigkeit von Geschichtsschreibung und Geschichtspolitik hat mich schon immer fasziniert. Im interdisziplinär angelegten GP20-Master möchte ich die gegenseitige Fruchtbarkeit der Geschichtswissenschaft und der Sozialwissenschaften nutzen, um mich eingehender mit dieser Thematik zu befassen.

Hallo! Ich heiße Barbora Fischerová, meine Freunde nennen mich aber Bara. Das Benutzen eines Spitznamens ist für mich angenehmer, und das aus dem Grund der Gewohnheit: In dem Land aus dem ich komme empfindet man es als freundlicher. Dagegen ist das Benutzen des ganzen Namens eher förmlich. Und obwohl ich viel gereist bin und an verschiedenen Orten gelebt habe, ist diese Unterscheidung für mich immer noch wichtig geblieben. Für das Studium der Geschichte und Politik des 20. Jahrhunderts bin ich nach Jena aus Saarbrücken hergereist, wo ich mein Doppelstudium Deutsch-Französische Studien mit der Universität von Lothringen abgeschlossen habe. Diese ganz neue Fachorientierung stammt aus dem Willen, die Vergangenheit und dabei auch die verschiedenen nationalen Narrative innerhalb von Europa zu verstehen. Die Unterschiede habe ich seit meiner binationalen Kindheit betrachtet, und meine heutigen Erfahrungen ermöglichen mir, eine bessere Übersicht dieser Heterogenität zu erreichen. Das Verständnis der Ursachen erwarte ich aber aus diesem Studiengang. Aber zurück zu meiner Vorstellung: wo komme ich eigentlich her? Aus der Stadt der tausend Türme