Vor seiner Promotion in New York absolvierte Giulio Salvati den Masterstudiengang in Geschichte und Politik des 20. Jahrhunderts in Jena. Auf lokaler Ebene hat der Historiker unter anderem über die Bombardierung Erdings sowie Zwangsarbeiter in der NS-Zeit im Landkreis geforscht und dazu eine Datenbank als digitales Denkmal aufgebaut. In der Süddeutschen Zeitung wurde er am 20. November 2020 über die Blickwinkel und Möglichkeiten der Lokalgeschichte interviewt. In einem Bericht für das Jena Center Geschichte des 20. Jahrhundert beschreibt er nun seinen Weg von Jena in die USA und sein aktuelles Forschungsprojekt. Hier geht es zum Bericht.

Aktueller Jahrgang 2020/2021

Zum Wintersemester 2020/21 nahm der dreizehnte Jahrgang des Masterstudiengangs Geschichte und Politik des 20. Jahrhunderts seinen Betrieb auf.

 

„Wozu denn Politik und Geschichte? Willst wohl mal Kanzler werden, was?“

Mein Name ist Lukas Bartl (25) und ich will nicht Bundeskanzler werden – mir macht Geschichte einfach Spaß, denn sie – und insbesondere das 20. Jahrhundert – war für mich schon immer mit den Fragen meines alltäglichen Lebens und Verstehens verknüpft. Dennoch ist die Frage, warum ich Geschichte und Politik studiere, schon seit meinem Bachelor in Staatswissenschaften an der Universität Passau mein treuer Begleiter auf Familienfesten und immer erstes Thema im Gespräch mit Kollegen im Nebenjob.
Ein spezielles Interessengebiet zu definieren fällt mir noch schwer. Fragen der gesellschaftlichen Erinnerung faszinieren mich ebenso wie die Theorien der Internationalen Beziehungen. Doch ich kann mich auch für die Entwicklung der Fußballtaktik im vergangenen Jahrhundert begeistern. (Allerdings konnte ich den Lehrstuhl für Fußballtaktik noch nicht finden). Gerade deswegen fühle ich mich im Master „Geschichte und Politik des 20. Jahrhunderts“ wohl, denn er bietet politische, ökonomische, kulturelle, soziologische – schlichtweg enorm vielfältige Perspektiven, um die unsichtbare Macht von Geschichte zu verstehen, von einer Erinnerung, die uns generell zu wenig bewusst ist.

Mein Name ist Anika Hühn, ich bin 24 Jahre alt und komme aus Stuttgart. Nach meinem Bachelor in Neuerer und Neuester Geschichte und Deutscher Literatur in Freiburg bin ich nun für den GP20 Master nach Jena gezogen. Vor meinem Bachelorstudium habe ich ein Jahr in der Holocaustgedenkstätte Westerbork in den Niederlanden gearbeitet und dann auch im Studium meinen Schwerpunkt auf die Ereignissen rund um den Zweiten Weltkrieg gelegt. Neben meinem Studium habe ich im Hotel Silber, einem Museum in der ehemaligen Gestapozentrale in Stuttgart, gearbeitet und mich dort vor allem im Bereich der pädagogischen Museums- und Vermittlungsarbeit fortgebildet. Nun möchte ich meinen Schwerpunkt wieder mehr auf die wissenschaftliche Arbeit zum Thema legen, meinen Fokus auf weitere Themen des 20. Jahrhunderts erweitern und bin sehr gespannt, welche neuen Methoden, Ansätze und Ideen ich durch die interdisziplinäre Ausrichtung des Studiengangs erhalten kann. Die Betrachtung unserer unmittelbaren Vergangenheit und vor allem die Lehren, die man aus den einschneidenden Ereignissen des 20. Jahrhunderts ziehen kann, haben mich schon in meinem bisherigen Studium beschäftigt und ich hoffe, in Jena noch weitere Themen vertiefen zu können. Besonders die Möglichkeit, mich auch mit Themen wie der DDR-Geschichte zu beschäftigen und dabei auch noch interdisziplinär vorzugehen, begeistert mich sehr und ich hoffe, noch einiges lernen zu können.

Hallo, mein Name ist Johanna Kleinert, ich bin 24 Jahre alt und nun im ersten Semester des Masters Geschichte und Politik des 20. Jahrhunderts hier in Jena. Nach meinem Grundstudium in Germanistik und Kunstgeschichte brauchte ich einen Tapetenwechsel, dringend sogar. Dem Fachbereich Geschichte bin ich trotzdem treu geblieben, wenn auch nun mit politischer Ausrichtung. Das 20. Jahrhundert ist ein Jahrhundert, das von Versöhnung und Vereinigung berichten kann, aber ebenso von der Vertiefung von Gräben erzählt. Ein Jahrhundert, das von Krisen gekennzeichnet, von Friedens- und Transformationsprozessen begleitet ist, aber längst nicht fähig war, seine Konflikte mit dem Glockenschlag zur Jahrtausendwende zu befrieden. Ein Jahrhundert, das von bahnbrechenden wissenschaftlichen Erkenntnissen zeugt, das für steigenden Wohlstand steht, aber auch bewies, dass dem Gewinner von Erkenntnis keine Verfügungsgewalt über diese gebührt und ein Mehr an sozialer Gerechtigkeit und Gleichstellung noch lange nicht gerecht ist. Das 20. Jahrhundert einte und entzweite, formulierte zumindest neue Diskrepanzen, legte alte Fehden bei und schuf neue. Eines aber ist gewiss, seine Auswirkungen sind bis heute spürbar.

Mein Name ist Jil Kunert und ich bin 24 Jahre alt. Meinen Master hier in Jena habe ich im ereignisreichen und gefühlt längsten und kürzesten Jahr aller Zeiten begonnen, 2020. Meine persönliche Geschichte beginnt aber in Hessen. Meinen Bachelor in Geschichts- und Kulturwissenschaften habe ich – nach einem Umweg, der mich zuerst zum Lehramt führt – an der JLU Gießen gemacht. Dabei war mein Hauptfach Geschichte und meine Nebenfächer Englisch und Völkerrecht. Vor allem meine Nebenfächer ließen mich meinen Fokus auf die internationale Geschichte, Menschen- und Völkerrecht, sowie internationale Organisationen im 20. Jahrhundert werfen. Nach Jena zog mich vor allem dieser zeitliche Fokus, aber auch der interdisziplinäre Ansatz. Das 20. Jahrhundert, seine Geschichte und Politik spielen noch so eine unglaublich wichtige Rolle für unsere eigene Lebenswelt, unsere Krisen, unsere Politik und unsere Konflikte. Insbesondere hat mir die Möglichkeit sehr zugesagt, mich an der FSU auch weiter mit Menschenrechten, internationaler Geschichte und diesmal auch mit Politik auseinandersetzen zu können. Und mal sehen, wo mich dies alles in meiner eigenen Geschichte hinbringt.

Mein Name ist Lisa Oelmayer, ich bin 24 Jahre alt, komme aus dem Südwesten Deutschlands und studiere nun im 1. Semester den Master Geschichte und Politik des 20. Jahrhunderts hier an der FSU. Den Bachelor in Geschichtswissenschaft und Philosophie habe ich in Tübingen und Aix-en-Provence studiert und neben meinem Studium in und zu verschiedenen politischen Feldern gearbeitet. Die daraus resultierende Verbindung von historischer Betrachtung und eigener politischer Arbeit führte zu der Erkenntnis, dass die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts vor sozialen, ökonomischen und politischen Herausforderungen und Konfliktlagen steht, die sich mit einem „Blick zurück“ zwar nicht pauschal lösen, aber zu ihrem Verstehen beitragen können. Diesem Verständnis entsprechend ist das 20. Jahrhundert als Zeit fundamentaler gesamtgesellschaftlicher Veränderungen, Zäsuren und Kontinuitäten in seiner Komplexität bemerkenswert und durch die „Nähe“ zum „Heute“ für mich besonders interessant. Durch die Interdisziplinarität der Betrachtungsansätze im Master hier in Jena eröffnen sich für mich zudem ganz neue Perspektiven. Ich bin also gespannt auf die nächsten Semester, freue mich auf die Rückkehr zur Präsenzlehre und auf das Kennenlernen der Stadt Jena.

Mein Name ist Anna Weichmann. Ich bin im mittelfränkischen Weißenburg aufgewachsen und habe nach dem Abitur ein Freiwilligenjahr im Bereich „Kultur und Bildung“ im Schulmuseum in Nürnberg absolviert. Dort habe ich in Kooperation mit Zeitzeugen eine kleine Ausstellung über Luftwaffenhelfer konzipiert und umgesetzt. Nach dem Jahr im Museum habe ich an der Universität Augsburg mein Studium in Geschichte und Kunst- und Kulturgeschichte begonnen, das ich 2020 mit dem Bachelor abgeschlossen habe. Die Mischung aus Lernen und Forschen an der Universität auf der einen und Sammeln von Erfahrungen in Arbeitsfeldern von Historiker*innen auf der anderen Seite hat mich immer wieder in meiner Studienwahl bekräftigt. Tätigkeiten als Tutorin und studentische Hilfskraft sowie Praktika im Museums- und Ausstellungsbereich haben mir gezeigt, welche spannenden (beruflichen) Möglichkeiten sich durch das Geschichtsstudium ergeben können. Nachdem ich mich im Masterstudium ganz auf die Zeitgeschichte fokussieren möchte, sagt mir der Zuschnitt des Jenaer Studiengangs „Geschichte und Politik des 20. Jahrhunderts“ besonders zu. Der Studiengang bietet die Möglichkeit, historische, politische und gesellschaftswissenschaftliche Fragestellungen zu kombinieren. Ich freue mich darauf, die verschiedenen Betrachtungsweisen der am GP20-Master beteiligten Lehrstühle auf das 20. Jahrhundert kennen zu lernen, um dadurch neue, anregende Impulse zu gewinnen.

Ehemalige Jahrgänge

Hier geht es zu den Kurzdarstellungen der ehemaligen Jahrgänge des Masterstudiengangs Geschichte und Politik des 20. Jahrhunderts:

Jahrgang 2019/2020

Jahrgang 2018/2019

Jahrgang 2017/2018